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Tag 4 – Tutukaka

Neuseeland

Wir haben die erste Nacht im Camper verbracht und haben überraschend gut geschlafen. Der Jetlag macht uns scheinbar überhaupt nicht zu schaffen und auch die Nacht im Alkoven zu verbringen, also in einem weniger als 1 Meter hohen “Verschlag”, macht uns keine Probleme.
Der Plan für heute sieht vor bis Tutukaka zu fahren, um morgen  von dort aus eine Bootstour in der Bay of Islands zu machen. Hier soll man schön schwimmen und schnorcheln können. Da das zwischen einigen Inseln ist, soll es da ruhige Gewässer geben, auch wenn es mehr oder weniger offenes Meer ist. Die Strecke sind etwa 160 km und wir wollen uns überraschen lassen, was uns auf dem Weg erwartet. Der Ziel-Campingplatz hat dann eher mittelmäßige Bewertungen, aber die Lage zum Hafen an dem die Fahrt los gehen soll ist unschlagbar.

Was uns dann auf dem Weg erwartet ist klasse. Wir halten zur Mittagspause an der Bream Bay, nachdem wir an der Straße einfach einem Schild “Beach” gefolgt sind. Das Video spricht da wohl für sich…Wieder haben wir einen riesen Strand mehr oder weniger für uns alleine – nur am Eingang passen 5 Lifeguards auf 10 Badegäste auf. Das Wetter ist besser als es auf den Bildern aussieht – die Kamera bekommt das Blau nicht richtig hin Smile Aber es ist windig und die Wellen laden nicht unbedingt zum Schwimmen ein.

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Vom Parkplatz aus reservieren wir dann auch die Bootstour. Alles kein Problem. Es könnte ein bisschen “Bumpy” werden. Stimmt – den Wind und die davon verursachten Wellen haben wir ja auch schon bemerkt.

Also geht es auf die Piste. Ein Teil der Strecke ist dann kein Highway mehr. Highway ist hier, ein gutes Stück weg von Auckland, auch eher das was in Deutschland als vernünftige Bundes- oder Landstraße durchgehen würde. Meist 1 Fahrstreifen pro Richtung – an Steigungen kommt dann häufig noch eine Spur für langsame Fahrzeuge dazu. Da findet man dann auch uns.
Die letzten 30 km bis Tutukaka lässt sich eher mit einer Landstraße im Hunsrück (oder Westerwald…) vergleichen, mit der noch ein letztes Dorf angebunden ist. Kaum breit genug für 2 Fahrzeuge und neben der Straße geht es direkt in die Wiese oder in einen Graben. Mit dem Camper sehr anstrengend zu fahren. Irgendwann kommen wir dann in Tutukaka an und stehen vor dem Campingplatz – der zumindest am Eingang eher ein bisschen nach Schrottplatz aussieht. Es stehen direkt auf den ersten Stellplätzen die man so sieht einige aufgebockte, heruntergekommene Camper, die auch eher nach Dauerunterkunft aussehen. Irgendwie nicht sehr einladend. Aber die Lage neben dem Hafen ist halt gut. Also Geldbeutel und Handy schnappen und…. wieso sind da verpasste Anrufe auf dem Handy? Die Sim-Karte haben wir in Auckland gekauft, die Nummer hat fast noch keiner. Ein Rückruf bestätigt dann die Vermutung, dass es die Veranstalter der Bootstour sind: Die Tour für morgen ist abgesagt, weil mit Wellen um die 2 Meter gerechnet wird. Gut… da wären wir vermutlich nicht mehr zum Schnorcheln gekommen vor lauter Seekrankheit.

Gut das wir noch nicht eingecheckt haben. Wir prüfen kurz die Optionen und beschließen zu dem Etappenziel für Übermorgen weiter zu fahren. Paihia. Nochmal gut 90 km und… die 30 km “Hunsrück-Straße” wieder zurück. Auf dem Weg liegt ein kleiner Wasserfall – gut für eine schnelle Pause. Sehr nett waren hier die ehrenamtlichen Parkwächter. Senioren die kostenlos den Parkplatz bewachen und dafür sorgen, dass die Autos der Touristen nicht ausgeräumt werden.

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Auch noch auf dem Weg liegt etwas, das die Reiseführer als eines der kulturellen Highlights verkaufen. Die Hundertwasser-Toilette. Also eine sanitäre Einrichtung, die vom Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen wurde. Die Toilette befindet sich in Kawakawa, wo Hundertwasser bis zu seinem Tode lebte.
Naja, was soll man sagen. Die Toilette ist hübsch und in dem typischen Hundertwasser-Stil gestaltet – eben wie auf den Bildern im Reiseführer. Aber die Lage macht es irgendwie schwierig hier Kunst wahrzunehmen. Wir sind auch erstmal dran vorbei gefahren. Auch ansonsten ist der Ort leider eher heruntergekommen.

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Als wir am Campingplatz ankommen ist Simon ziemlich fertig. Am 2. Tag mit dem Wohnmobil im Linksverkehr gut 250 km ist eigentlich nicht empfehlenswert.

Aber der Campingplatz “Beachside Holiday Park” ist superschön gelegen. Auf der einen Seite Wasser und Blick in eine hübsche Bucht – auf der anderen Seite Wald, der unbeschreiblich dicht und grün zu sein scheint. Und er klingt auch so Smile. Die Einrichtungen auf dem Platz sind auch sehr gut. Und so verbringen wir hier einen schönen Abend und eine ruhige Nacht. Allerdings wird die abendliche Ruhe kurz unterbrochen, als Maria wie von der Tarantel gestochen aufspringt und nach draußen stürmt. Sie hat einen “Morepork” oder auch “Ruru” gehört – eine neuseeländische Eulenart. Sie ist eindeutig am Ruf zu erkennen – der tatsächlich ein bisschen danach klingt als würde der Vogel nach mehr Schwein – also “Morepork” verlangen.

 

 

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Statt Postkarte – Für alle aus dem RV Mittelhessen der JUH  
 
  
Wir wissen nicht, ob hier von den Johannitern noch jemand mitliest. Aber Sicherheitshalber: Heute denken wir an euch. Weil wir damit vertraut sind, dass Sachen nicht immer so klappen wie man das plant und trotzdem wird was tolles draus – im Improvisieren sind wir eben nicht zu schlage Smile
Außerdem sind wir heute über eine Rettungswache unserer Partnerorganisation St. John gestolpert – Die betreiben hier in Neuseeland 90% des Rettungsdienstes und sind auch im sozialen Bereich aktiv – z.B. in überall anzutreffenden Sozialkaufhäusern namens “OPSHOP”
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